Auch Tennisspieler brauchen Gymnastik
Erinnerung an eine alt bekannte Tatsache

Alfred Wagner

Immer wieder werden Berichte bekannt, dass junge Tennisspielerinnen und Tennisspieler Probleme mit ihrem Körper haben. Sehr oft wird dann mit 18 – 20 Jahren der Leistungssport aufgeben bzw. die Tennisspielerin oder der Tennisspieler ist nicht mehr in der Lage den Sport ohne größere Schmerzen zu betreiben.

Betrachtet man die sportliche Entwicklungsgeschichte dieser Personen etwas näher, wird häufig eine Gemeinsamkeit bekannt. Die Sportler wurden in der Zeit der motorischen Entwicklung von ihren Betreuern nicht, oder zu wenig auf die Pflege und das „Hineinhorchen" in den eigenen Körper vorbereitet. Bei einem planmäßigen Training gehört ganz einfach eine regelmäßige Gymnastik dazu. Der Sportler sollte dazu erzogen werden durch einfache Übungen (Beispiele sind in mehreren Fortbildungskalendern des VTÖ dargestellt. z. B Aigelsreiter, Wagner) vor jedem Training (sollte ein Teil des Aufwärmprogramms sein) seine besonders beanspruchten Gelenke systematisch und im ganzen Bewegungsumfang zu bewegen. Gerade durch eine gute Gymnastik werden alle Strukturen (Muskel, Sehnen, Bänder, …) ohne große Belastung im vollen Umfang des Bewegungsspektrum vorbereitet. Athleten, die eine regelmäßige Gymnastik gelernt haben, werden auch ein sehr gutes Gefühl entwickeln, und Veränderungen im Bewegungsapparat sofort feststellen. Bei sich ständig verschlechternden Bedingungen sollte mit dem Trainer (ev. auch mit einem Physiotherapeuten) gesprochen werden. Es hat wenig Sinn und bringt langfristig auch keine positiven Trainingsergebnisse, wenn der Sportler trotz veränderter Bedingungen gleich weiter trainiert. Ich kann nur jeder Trainerin und jedem Trainer empfehlen mit seinen Sportlern ganz gezielt ein Gymnastikprogramm zu erarbeiten, dass dann immer durchgeführt wird. Gymnastik bietet sich auch besonders zur Regeneration an. Der Tennisspieler kann dann genau kontrollieren ob seine Muskulatur und seine Gelenke so funktionieren, wie sie normal funktionieren sollten. Bei Problemen in bestimmten Bereichen kann durch eine systematische und regelmäßige Gymnastik der Normalzustand sehr rasch wieder erreicht werden. Dazu ist es aber notwendig, dass die Übungen wirklich gut gekonnt und regelmäßig durchgeführt werden. Eine Gymnastikeinheit sollte 20 – 30 min dauern. Die einzelnen Übungen sollten so durchgeführt werden, dass ca. 15 Wiederholungen leicht möglich sind. Im Wechsel von verschiedenen Übungen können dann die einzelnen Übungen auch ruhig 3x wiederholt werde. Eine Wiederholung ist aber erst dann sinnvoll, wenn dazwischen einige andere Muskelgruppen trainiert wurden. Es ist mir schon bewusst, dass eine Gymnastik nicht unmittelbar zu einer besseren Leistung im Tennis führt, ein langfristiger Aufbau aber unter Umständen erst möglich gemacht wird. Das Ziel eines verantwortungsvollen Trainers sollte sein, dass seine Athleten wissen was sie tun müssen, wenn ihr Körper einmal nicht richtig „funktioniert".