Keine Ausbildung - na und?

Heinz Wagner

Wegen der Handels- und Gewerbefreiheit ist es nicht möglich gegen selbsternannte Tennislehrer vorzugehen. Oft werden Sie von Vereinen gedeckt, oder von privaten Ausbildungsinstitutionen lizenziert. So lassen sich einige hervorragend klingende amerikanische Ausbildungstitel zwar mit beachtlichem Geldeinsatz aber erschreckend wenig Ausbildungszeit erkaufen.

Die Unterscheidung zu staatlich ausgebildeten Tennisinstruktoren, Tennislehrern oder Tennistrainern ist für den Konsumenten praktisch unmöglich. Dazu kommt, dass Selbsternannte im Vergleich zu voll ausgebildeten Tennislehrkräften oftmals relativ günstige Arbeitskräfte sind, was kurzfristigen Gewinnüberlegungen von Vereinen, kommerziellen Anlagen aber auch Tennisschulen durchaus entgegen kommt.

Leittragende sind die Konsumenten sehr oft die wichtigste Zielgruppe nämlich die Tenniseinsteiger, die auf Grund fehlender Qualifikation des Tennislehrers nach einigen wenigen Versuchen dem Tennissport den Rücken zukehren. In den Ausbildungen wird gelehrt den Anfängern durch gezielt vorgetragene Lernschritte Erfolgserlebnisse und Spaß am Spiel zu vermitteln und die Motivation zu wecken, diesem schönen und anspruchsvollen Sport mit Spaß nachzugehen.

Der Tennissport entwickelt sich rasant weiter, die Ausbildungen werden ständig den neuesten Erkenntnissen der Sportwissenschaften angepasst. Tennislehrkräfte die vor zwei, drei Jahren ihre Ausbildung gemacht und seither keinerlei Fortbildungen besucht haben sind ganz bestimmt nicht mehr am neuesten Stand der Entwicklung. VTÖ-Mitglieder haben sich freiwillig dafür entschieden sich regelmäßig auf nationalen und internationalen Seminaren fortzubilden. Mit der Einführung der Tennis Austria Lizenz bemüht sich Tennis Austria gemeinsam mit dem VTÖ regelmäßige Fortbildung obligatorisch zu machen.

Die Nachfrage nach einer Mitgliedschaft beim VTÖ oder auch nach der Tennis Austria Lizenz lässt sehr zu wünschen übrig und bringt die falsche Einstellung der ausgebildeten Lehrkräfte „AUSBILDUNG ABSOLVIERT, ABZEICHEN ERWORBEN, JETZT GEHT ES ANS GELD VERDIENEN!“ zu deutlich hervor. Ohne Mitgliedschaft in einem Interessenverband fehlt dem Tennislehrer eine wichtige Informationsquelle über Neuerungen im Tennis und über das entsprechende Fortbildungsangebot.

Mehr Mut die eigene Ausbildung und die Mitgliedschaft im Interessenverband zu zeigen.

Ich möchte einen besonderen Appell an alle staatlich geprüften Tennisinstruktoren, Tennislehrer und Tennistrainer die dem Verband der Tennisinstruktoren Österreichs angehören richten und sie ermutigen die Qualität ihres Unterrichts, die Ausbildung und die Mitgliedschaft beim VTÖ deutlich zu machen. Klären Sie Ihre Tennisschüler dahingehend auf, dass nur ausgebildete Lehrkräfte, die sich regelmäßig, freiwillig fortbilden und damit Engagement zeigen, Unterricht nach den neuesten sportwissenschaftlichen Erkenntnissen erteilen können.

Alle Tennisschüler und Vereinsfunktionäre fordere ich auf, die Ausbildung und die Fortbildung Ihres Tennislehrers genau zu hinterfragen. Denn nur eine qualifizierte Ausbildung und regelmäßige Fortbildung garantieren erfolgreichen Tennisunterreicht. VTÖ-Mitglieder können mit Stolz behaupten, alle diese Voraussetzungen zu erfüllen.