Die
Bedeutung der Rumpfstabilität im Tennis
Toni Pfeiffer
Im modernen Tennis hat die Wichtigkeit der Fitness in den
letzten Jahren enorm zugenommen. Das Spiel ist immer schneller und dadurch auch
um einiges athletischer geworden. Immer mehr Bälle werden in der offenen
Beinstellung gespielt. Dadurch gewinnt eine ausgewogene Rumpfmuskulatur an
Bedeutung.
Im anatomischen Sinne ist der Rumpf, oder auch Stamm genannt, die gesamte
Wirbelsäule ohne Kopf und Becken. An diesem setzen die Extremitäten, die Arme
und die Beine an. Am Stamm sind sehr viele starke Muskeln aufgespannt, die der
Stabilität und der Aufrichtung des Körpers dienen. Der Einfachheit halber
bezeichnen wir die gesamte Muskulatur die den Rumpf aufrichtet und stabilisiert
und die Muskulatur die die Extremitäten mit dem Rumpf verbinden, als
Rumpfmuskulatur. Betrachtet man den Rumpf vom funktionellen Gesichtspunkt aus,
dann fällt einem auf, dass es durch eine Bewegung der Arme und Beine zu einer
verstärkten Anspannung der Rumpfmuskulatur kommt. Ist diese zu schwach kommt es
dadurch zu Bewegungen im Rumpf, die eine optimale Bewegungsausführung
verhindern. Weitere Folgen können Überlastungen des passiven
Bewegungsapparates in diesem Bereich sein.
Bei welchen Bewegungen im Tennis kommt es zu einer verstärkten Rumpfanspannung?
1. Im unteren Bereich des Rumpfes bei allen offen gespielten Bällen aus dem
Lauf, die eine große Schrittlänge erfordern. Bei diesen Bällen muss zunächst
die beschleunigte Masse des Körpers abgebremst werden, um dann möglichst
kontrolliert schlagen zu können und anschließend eine Richtungsänderung in
die Mitte vornehmen zu können.
Hauptsächlich beanspruchte Muskeln sind: Die Abduktoren, die seitliche
Bauchmuskulatur (M. obliquus abdominis), M. quadratus lumborum, M. latissimus
dorsi, autochtone Rückenmuskulatur und die Hüftgelenksaußenrotatoren.
Kräftigungsübungen für die seitliche Muskelkette:
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Übungsbeschreibung: ·Beugen Sie aus der Seitlage das Kniegelenk des unteren Beines um 90° nach hinten. ·Stützen Sie sich auf Ihren Unterarm; dabei steht das Ellenbogengelenk im Lot zum Schultergelenk. ·Spannen Sie Ihre Bauch-, Gesäß- und Rückenmuskulatur an. ·Heben Sie unter Ganzkörperspannung das Becken und das obere Bein an. ·Halten Sie die angegebene Position ca. fünf bis zehn Sekunden und steigern Sie sich auf bis zu einer Minute in drei Serien. ·Wechseln Sie anschließend zur anderen Seite. |
Hinweise:
·Atmen Sie gleichmäßig ein und aus.
·Spannen Sie die Bauch- und Gesäßmuskulatur an, um Ausgleichs- oder
Fehlhaltung zu vermeiden.
·Ziehen Sie die Schulterblätter zum Gesäß.
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Variation: ·Stützen Sie sich in Seitlage auf Ihren Unterarm; dabei
steht das Ellenbogengelenk im Lot zum Schultergelenk. |
2. Bei tiefen Bällen (Volleys, kurzen Grundlinienschlägen, Slice). Hier machen die Spieler einen Ausfallschritt nach vorne. In diesem Fall wird die autochtone Rückenmuskulatur, im Speziellen der Rückenstrecker (M. erector spinae), stärker angespannt als die seitliche Rumpfmuskulatur bei der offenen Beinstellung. Auch der große Gesäßmuskel (M. glutaeus maximus), die Beinbeuger (M. bizeps femoris, M. semitendinosus, M. semimembranosus) und die Adduktoren.
Kräftigungsübungen für die hintere Muskelkette – unterer Rücken – und Gesäßmuskulatur:
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Übungsbeschreibung: ·Heben Sie unter Anspannung der Bauch- und Gesäßmuskulatur
das Becken so weit an, bis der Oberkörper, das Becken und die Oberschenkel
eine gerade Linie bilden. |
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Übungsbeschreibung: ·Heben Sie aus dem Vierfüßlerstand einen Arm und das
Bein der jeweils anderen Seite gestreckt in die Horizontale. |
3. Im oberen Bereich des Rumpfes kommt dem Aufschlag eine
wichtige Bedeutung zu. Hier spielt die Brustwirbelsäule eine wichtige Rolle.
Der Schultergürtel ist auf der Brustwirbelsäule aufgesetzt.
Beim Aufschlag spielt allerdings nicht nur die Kraft in der Brustwirbelsäule
und im Schultergürtel eine Rolle, sondern auch die Beweglichkeit vor allem in
der Brustwirbelsäule. Ist diese in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, so muss
dieses Defizit in der Schulter ausgeglichen werden. Das führt zu einer
Überbeweglichkeit der Schulter, da diese hauptsächlich durch die sie umgebende
Muskulatur im Gelenk gehalten wird. Kann nun die Brustwirbelsäule bei der
Aufschlagbewegung nicht dementsprechend gestreckt werden, so kommt es zu einer
Überbelastung der passiven Strukturen des Schultergelenks. Bei einer
ungenügenden Stabilisierung der Brustwirbelsäule und der Schulter kommt es zu
einem Kraftverlust in den Armen. Deshalb bei Schultergelenksbeschwerden auch
immer die Brustwirbelsäule mit anschauen!
Beweglichkeitsüberprüfung der Schulter und der Brustwirbelsäule:
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Übungsausführung: ·Die Arme werden so nahe wie möglich am Kopf gestreckt zurückgeführt. ·Eine ausreichende Beweglichkeit ist gegeben, wenn die Arme mindestens auf die Höhe der Unterlage abgelegt werden können (rechtes Bild). ·Wenn eine Verkürzung vorliegt, sollten der große Brustmuskel (M. pectoralis major) und der Breite Rückenmuskel (M. latissimus dorsi) gedehnt werden. |
Dehnungsübung für den M. pectoralis major:
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Übungsbeschreibung: ·Legen Sie einen Unterarm senkrecht gegen die Wand. ·Das gebeugte Ellenbogengelenk befindet sich etwas über Schulterhöhe. ·Drehen Sie Kopf und Oberkörper dosiert zur Gegenseite, bis Sie eine Dehnung im Bereich der Brustvorderseite der angelehnten Schulter spüren. ·Atmen Sie gleichmäßig ein und aus. ·Dehnen Sie anschließend die andere Seite. Hinweis: ·Vermeiden Sie ein Hochziehen oder Nach-vorne-Ziehen des Schultergürtels. Vorsicht! Es sollten keine Schmerzen auf der Rückseite des Schultergelenks auftreten. |
Die wichtigsten Muskeln der Brustwirbelsäule und der Schulter sind: Die autochtone Rückenmuskulatur, M. rhomboideus, M. trapezius, Außenrotatoren (M. infraspinatus, M. supraspinatus, M. teres minor und M. latissimus dorsi) und M.deltoideus.
Übungen für die hintere Muskelkette - obere
Rückenmuskulatur
(M. erector spinae, Mm. rhomboidei):
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Übungsbeschreibung: ·Winkeln Sie die Füße an, so dass die Zehen den Boden greifen können. ·Spannen Sie die Bauchmuskulatur an, indem Sie den Bauchnabel nach innen ziehen. ·Heben Sie jetzt unter Anspannung der Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur den Kopf und die Arme wenige Zentimeter an. ·Die Spitze des Brustbeins sollte noch Kontakt zum Boden haben. ·Halten Sie die angegebene Position ca. fünf bis zehn Sekunden und steigern Sie sich auf bis zu einer Minute in drei Serien. |
Hinweise:
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Übungsbeschreibung: ·Heben Sie unter Anspannung der Bauch-, Rücken- und Gesäßmuskulatur den Oberkörper an. ·Die Spitze des Brustbeins sollte noch Kontakt zum Boden haben. ·Heben und senken Sie den Oberkörper und atmen Sie gleichmäßig ein und aus. |
Dehnungsübungen für die Brustwirbelsäule:
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Übungsbeschreibung: ·Die gesamte Wirbelsäule aufrichten ·Den Oberkörper nach vorne bewegen, die Wirbelsäule bleibt gestreckt ·Position 3 Sekunden halten ·Übung 20 – 30 mal durchführen Hinweise: ·Keine ruckartigen Bewegungen ·Nicht in die Zwangslage gehen! |
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Übungsbeschreibung: ·Diese Position halten und mit gestreckten Rücken nach vorne bewegen ·Position 3 Sekunden halten ·Übung 20 – 30 mal durchführen Hinweise: ·Seitliche Abweichungen verhindern ·Zwangslage vermeiden! |
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Übungsbeschreibung: ·Rechte Hand unter der Brust durchführen und so weit wie möglich nach oben führen, Kopf schaut nach. ·Hand auf die andere Seite bewegen, Hand ist gestreckt und der Kopf schaut nach. Hinweise: ·Keine ruckartigen Bewegungen ·Bei stechenden Schmerzen in der Wirbelsäule aufhören! |
Es ist also auch als Trainer wichtig in Funktionen zu denken und nicht nur einzelne Muskeln zur trainieren!