Lehrreferat NEU Tennis AUSTRIA

Mag. Harald Mair

In den ersten Monaten meiner Amtszeit konnte ich in zahlreichen Gesprächen mit diversen Funktionären oder auch aktiven Athleten feststellen, dass nur ein geringer Prozentsatz über die eigentlichen Aktivitäten des Lehrreferates Bescheid wussten. Gründe hierfür mag es viele gegeben haben, jedoch ist es jetzt an der Zeit vermehrt die Öffentlichkeit über Aktivitäten des Lehrwesens zu informieren. Aus diesem Grunde möchte ich daher für alle tennisinteressierten Leser einen kurzen Überblick über die neuen Strukturen des Lehrreferates geben.

Der Lehrreferent des Österreichischen Tennisverbandes ist für folgende Tätigkeiten  verantwortlich:

+ Staatliche Ausbildungen an den einzelnen Sportakademien

+ Übungsleiterausbildungen in Kooperation mit den Landesverbänden

+ Ausarbeitung von Lehrunterlagen

+ Organisation und Besuch von nationalen sowie internationalen Fortbildungen

+ Publikationen in Fachzeitschriften

Die staatlichen Ausbildungen – das Kernstück des Lehrreferates

Ein Schwerpunkt liegt in der strukturellen Gestaltung und fachlichen Ausarbeitung diverser Inhalte der österreichweit durchgeführten staatlichen Ausbildungen, d.h. das Lehrreferat ist für Tennisinteressierte Wegbereiter zum Berufsbild des Tennistrainers. Diese Ausbildungen werden in Kooperation mit den Bundesanstalten für Leibeserziehung - seit kurzem „Sportakademien“ bezeichnet – abgehalten. Insgesamt sind 4 Sportakademien – die dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur unterstellt sind  - österreichweit im Einsatz:

Sportakad emie Wien
Sportakademie Graz
Sportakademie Linz

Sportakademie Innsbruck

Die Ausbildung zum Berufsbild des Tennistrainers ist kostenlos!

Die organisatorische Leitung der Ausbildungen obliegt der jeweiligen Sportakademie. Für die fachliche und inhaltliche Qualität ist der ÖTV verantwortlich.  Der Stundenumfang der Ausbildungen ist gesetzlich geregelt:

Tennisinstruktor: 160 Stunden
Tennislehrer: 212 Stunden
Tennistrainer: ca. 300 Stunden

Eine tennisspezifische Eignungsprüfung ist Voraussetzung für eine Aufnahme.

Der finanzielle Aufwand der Teilnehmer ist auf  diverse Lehrunterlagen, Bälle und etwaige Übernachtungen beschränkt.

Für folgende Inhalte an den Ausbildungen ist das ÖTV-Lehrreferat verantwortlich:

+ Spezielle Bewegungslehre

+ Spezielle Pädagogik, Didaktik und Methodik (Kinder bis Erwachsene)

+ Spezielle Trainingslehre

+ Praktische sowie praktisch-methodische Übungen

+ Kindertennis

+ Gerätekunde

+ Regelkunde und Wettspielordnung

+ Organisationslehre

 „Die Integration von spezifischen Inhalten des Breiten- Leistungs- und Spitzensportes sowie deren inhaltliche Ausgeglichenheit, d.h. zwischen der Theorie und dem Know How von (inter)national aktiven Praktikern – darin sehe ich die Hauptaufgabe für die künftigen Ausbildungen ( Mag. Mair Harald)“.

Dem Lehrreferat wurde in den letzen Jahren viel zu wenig Beachtung geschenkt. Fast stiefmütterlich wurde dieser Bereich oftmals – vor allem von Seiten des Spitzensportes her - behandelt. Das muss sich schnellstens ändern.

Denn nicht zuletzt sind es die staatlichen Ausbildungen – besser ausgedrückt, die Absolventen dieser Ausbildungen – die dafür verantwortlich sind, richtungsweisend den Ausbildungsweg  für künftige Tennisgenerationen vorzugeben.

Der Schlüssel zum Erfolg: Ein Team von Fachexperten

Um eine optimale Ausbildung künftiger Generationen zu gewährleisten müssen sämtliche tennisrelevanten Bereiche Einzug in die Ausbildungen finden. Als einige Beispiele seien erwähnt:

Sportmedizin, Sporttherapie: Warum haben so viele SpielerInnen Probleme mit dem aktiven bzw. passiven Bewegungsapparat? Kann man als Tennistrainer denn überhaupt nichts dagegen tun (z.B. Ausgleich muskulärer Disbalancen)? Wenn ja, welche Maßnahmen (Massagetechniken, Tape-Verbände,usw.) sind Trainern zumutbar. Wo sind die Grenzen des Möglichen?

Kondition-Leistungsdiagnostik:

Auf welche leistungsbestimmenden Faktoren muss ich im Bereich des Breiten-, Leistungs- sowie Hochleistungssport besonders Acht geben? Wie sieht das Konditionstraining bei Kindern, wie bei Erwachsenen aus?

Im Bereich des Spitzensportes wissen wir, dass die sportliche Athletik eine immer größer werdende Rolle spielt. Aber wann in der Saison soll man denn überhaupt Krafttraining durchführen?

Pädagogik, Didaktik und Methodik:

„Auch dem schlechtesten Trainer wird es nicht gelingen, jegliches Lernen eines Schülers zu verhindern“!

Welche technische Bewegungsausführung ist denn überhaupt zu empfehlen?

Welcher methodische Weg ist für wen, wann, unter welchen Voraussetzungen optimal? Wann sollen taktische Varianten ins Training eingebaut werden? Gibt es nur einen gültigen „methodischen“ Weg nach Rom und damit zum Ziel?

Sportpolitik:

Welche möglichen Hilfestellungen kann sich ein Trainer, eine Tennisschule oder ein Landesverband von der Politik erwarten? Was können Dachverbände, Landesorganisationen usw. für den Tennissport tun?

Sportpsychologie:

Bei den Tennisexperten ist man sich einig: Tennis wird im Kopf entschieden? Wenn man schließlich Spieler interviewt stellt sich dann aber schnell heraus: Der mentale Bereich wird von den meisten sehr wenig bis überhaupt nicht trainiert? Was ist der Grund für diese fast schon erschreckende Tatsache?

„Den Transfer von der allgemeinen Theorie in die tennisspezifische Praxis herstellen zu können, darin sehe ich die Kunst eines guten Trainers“.

Zu all diesen Themengebieten gibt es bereits zahlreiche Lehrbücher. Weitere werden mit Sicherheit  folgen mit dem Ziel, eine Symbiose der Theorie mit der praktischen Umsetzung zu erzielen.

Es scheint mir als Lehrreferent mehr als sinnvoll, das Know How von in – als auch ausländischen Tennisexperten zu bündeln und in die Ausbildungen zu integrieren.

Die Lehrkommission – ein Team von Experten
Das Lehrreferat ist künftig in folgende Bereiche gegliedert:

1.               Kommission der Ausbildungsleiter:

Um den ständigen Kontakt, inhaltliche, organisatorische bzw. gesetzliche Abstimmungen mit den „Sportakademien“ treffen zu können wird vom Lehrreferent für jeden Standort ein Ausbildungsleiter nominiert. Sie sind unter anderem für den reibungslosen Ablauf der Ausbildungen verantwortlich. Im Detail handelt es sich dabei um folgende Personen:

Heinz Wagner:

Wagner Heinz ist „Ausbildungsleiter Süd“ und für die reibungslose Abwicklung der staatlichen Ausbildungen an der Sportakademie Graz verantwortlich.  Eines seiner  weiteren Einsatzgebiete innerhalb der Lehrkommission ist im Bereich der Lehrplanstruktur angesiedelt.

Mild Erich:

Mild Erich ist „Ausbildungsleiter Mitte“ und für die reibungslose Abwicklung der staatlichen Ausbildungen an der Sportakademie Linz verantwortlich.

Im Rahmen seiner Tätigkeiten innerhalb der Lehrkommission ist Mild für diverse Sitzungen und Fortbildungen für Referenten der staatlichen Ausbildungen bzw. ÖTV-Fortbildungen für lizenzierte Trainer verantwortlich.

Tesar Alfred

Tesar Alfred ist „Ausbildungsleiter Ost“ und für die reibungslose Abwicklung der staatlichen Ausbildungen an der Sportakademie Wien verantwortlich.

Von Alfred Tesar wird von Seiten des Lehrreferates erwünscht, seine nationalen sowie internationalen Erfahrungen als Trainer und Coach im Bereich des Leistungssportes in die Ausbildungen einzubringen.

Mag. Mair Harald

Mair Harald ist Vorsitzender der Lehrkommission bzw. „Ausbildungsleiter West“ und für die reibungslose Abwicklung der staatlichen Ausbildungen an der Sportakademie Innsbruck verantwortlich. Als Vorsitzender ist er für die Gesamtkoordination des Lehrreferates verantwortlich. Sein spezielles Aufgabengebiet innerhalb der Lehrkommission ist die künftige Ausarbeitung und Organisation von diversen Lehrunterlagen und Lehrmittel bzw. die Koordination der Beschickungen von internationalen Fortbildungen.

Neben der „Kommission der Ausbildungsleiter“ stellt die „Kommission von Fachexperten“ eine zweite Ebene in der Struktur des Lehrreferates dar. Die Aufgabe dieser Spezialisten liegt vorwiegend darin, neue Erkenntnisse, Trends und Entwicklungen in das Referat einzubringen, um optimale Aus- und Fortbildungen künftiger Generationen zu sichern.

 2.               Kommission von Fachexperten

Sporttherapie:                Waltl Kurt
Sportmedizin:                Dr. Schabus Rudolf
Sportpsychologie:Mag. Aufterklamm Markus
Sport und Landesverband:               Mag. Rauth Michael
Kinder- und Schultennis: Mag. Sawicki Thomas
Kondition: Dr. Köppl Ernst. Univ.Prof.Dr. Raschner Christian
Jugend- und Breitensport: Teuschl Peter
Sportdirektor: Franker Stan
Spitzensport (Männer): Wetter Bernd
Spitzensport (Frauen): Maruska Marion
Rollstuhlsport: Graber Susi
Internationales Tennis: Strengberger Thomas, Eipeltauer Peter
Intern. Fortbildungen (ETA): Dr. Hauer Helmut

Im Jänner 2004 wurde in Kooperation mit allen Sportakademien und dem Lehrreferat ein neuer Ausbildungsplan für alle Tennisausbildungen konzipiert und dem Bundesministerium weitergeleitet. Damit wurde das erste gesteckte Ziel des neu strukturierten Lehrreferates verwirklicht: Das einheitliche Vorgehen der Tennisausbildungen an allen Sportakademien.