Welche
Sportarten sind gesund?
HR. Mag. Dr. Helmut Aigelsreiter
| Generell kann gesagt werden, dass es immer auf die DOSIERUNG ankommt, d. h. wie lange und wie intensiv man mit körperlichen Fehlbelastungen eine Tätigkeit oder Sportbewegung ausführt. Kurzzeitige Tätigkeiten in Fehlhaltungen werden kaum negative Spuren hinterlassen. Diese Überlegung gilt sowohl für Belastungen im Sport, als auch für Freizeit und Beruf. so haben z. B. SEKRETÄRINNEN deshalb ihre vorprogrammierten HALS-, NACKEN- UND SCHULTERPROBLEME, weil sie täglich zu lange in UNPHYSIOLOGISCHEN FEHLHALTUNGEN im Arm- und Handbereich am Computer ihre Tätigkeit ausüben. In diesem Fall trägt, wie im Sport, immer das SPORTGERÄT bzw. das ARBEITSGERÄT de Schuld. |
Der Computer müsste so gebaut sein, dass die Tastatur seitlich am Gerät angebracht wäre; denn bei NATÜRLICHER ARM- UND HANDHALTUNG nach vorne muss in vorhandenen BEWEGUNGSMUSTERN der DAUMEN immer NACH OBEN WEISEN, was bei der derzeitigen Anordnung der Tastatur nicht möglich ist.
Auch im SPORT sollten die zu benützenden SPORTGERÄTE analysiert und hinterfragt werden, ob die Sporttätigkeit auch mit unseren angeborenen natürlichen Bewegungsmustern noch möglich ist. Versuchen wir nun in diesem Sinn einige Trendsportarten zu analysieren und auf eventuelle Fehlbelastungen hinzuweisen, die bei langzeitiger und intensiver Dosierung physiologische Schäden hervorrufen können, vorausgesetzt, es sind nicht schon angeborene oder verletzungsbedingte Vorschäden vorhanden:
GEHEN - LAUFEN
ist vollkommen
problemlos (aber nicht Gehen als olympische Sportdisziplin), da es unsere
angeborene Fortbewegungsart darstellt.
SKILANGLAUF
ist problemlos, da
es mit den vorhanden natürlichen Bewegungsmustern des Gehens/ Laufens ausgeführt
wird.
ALPINER SCHILAUF
ist
unproblematisch, aber nur dann, wenn nicht durch veralterte schitechnische
Bewegungsanweisungen wie z.B. VERWINDUNGSTECHNIK von Kruckenhauser und
Hoppichler, unsere gespeicherten Bewegungsmuster des Gehens und Laufens
unterbunden werden. Wie Schilanglaufen, Eislaufen uns Inlineskaten funktioniert
auch das alpine Schilanglaufen auf natürliche Art mit VERWRINGUNGSBEWEGUNGEN,
wobei der Rumpf zum stärker beugenden Bein dreht und beugt (VORDREHBEUGE).
CARVING ist ein natürliche Art des alpinen Schilaufs.
SNOWBOARDEN
ist problematisch,
da einerseits durch Fixierung beider Beine auf einem Brett die Gehmuster
ausgeschaltet werden und andererseits durch die zwei grundverschiedenen
Richtungsäderungen (Frontside - Backside - Schwünge) die Belastungen auf Be
cken, Wirbelsäule und Kniegelenke enorm sind.
EISLAUFEN
ist problemlos, es
funktioniert mit natürlichen Bewegungsabläufen.
INLINESKATEN
ist Problemlos wie
Eislaufen
RUDERN
ist problematisch, da
durch die unnatürliche Arm- und Handhaltung und die synchrone Beinarbeit
besonders das Becken und der Rumpf unphysiologisch belastet werden.
TENNIS
ist problematisch, da
durch die Einseitigkeit besonders Überlastungen im Schulter- und Beckenbereich
auftreten.
RADFAHREN
ist sehr
problematisch, weil durch die starre Lenkerhaltung die natürlichen
Bewegungsmuster in der Koordinierung der Beine und der Wirbelsäule unterbunden
werden; außerdem besteht eine unphysiologische Arm- und Handhaltung, wenn kein
Hornlenker vorhanden ist. Dazu kommt, dass bei einem Rennlenker, der nach unten
gedreht ist, es zu zusätzlichen Fehlbelastungen der Wirbelsäule kommt (Brust-
und Lendenwirbelsäule sind in diesem Fall gebeugt, während die Halswirbelsäule,
um nach vorne blicken zu können, in unphysiologischer Dauerstreckstellung als
gegenläufige Haltung zur Brust und Lende fixiert ist).
GOLF
ist problematisch, da
einseitige körperliche Überlastungen entstehen.
SCHWIMMEN
ist problematisch,
wenn die Schwimmlage nicht stimmt. Ansage: "Der Arzt hat gesagt, ich soll
viel schwimmen!" Bemerkung: "Hat er auch gefragt, ob Sie schwimmen können"
- gemeint ist nicht, dass Sie "absaufen", - sondern ob Sie richtig
schwimmen können, d.h. mit richtiger Wasserlage: Kopf und Hals sollten immer im
Wasser sein und nur kurz zum Atemholen gehoben werden. Wenn man nicht so
schwimmt, wird Schwimmen zum Problem für die Wirbelsäule.
TANZEN
ja, aber nur dann, wenn
der Rhythmus gefühlvoll in Bewegungen umgesetzt werden kann und nicht
krampfhaft gelernte Tanzschrittfolgen wie im Marionettentheater kunstvoll ohne
innere Anteilnahme heruntergespult werden. Richtiges Tanzen ist ein sich
anschmiegendes Hineinfühlen in den jeweiligen Rhythmus, wobei das Gefühlte in
harmonisch fließende Gesamtkörperbewegungen umgesetzt wird. Tanzen darf
allerdings nicht mit Stöckelschuhen zum Stelzenlaufen werden. Der Fuß kann mit
dünnen hohen Stöckeln keinesfalls das erforderliche Kontaktgefühl zum Boden
finden - deshalb wird rhythmische Sportgymnastik auch barfuss getanzt.
REITEN - Auf die Frage, ob das Reiten gesund ist, gibt es für mich als Tierliebhaber nur eine Antwort: "Nicht einmal für das Pferd!"
Abschließend zu diesen Überlegungen und Analysen soll festgehalten werden, dass alle Sporttätigkeiten maßvoll ausgeübt werden können, wenn man seinen Bewegungsapparat gezielt auf die unterschiedlichsten Anforderungen abstimmt, trainiert und die Tätigkeiten richtig dosiert.
DIE 7 AIGELSREITER können mit dem Schwerpunkttraining Becken - Wirbelsäule einen wertvollen Vorbereitungsbeitrag liefern.